Motivation / Verlauf

Rezepturqualtität – Mehr als eine Frage der Berufsehre

Die Untersuchungen der Berliner Überwachungsbehörde LAGeSo in 2009 und 2010 und die Ergebnisse der freiwilligen Rezepturringversuche zeigen, dass 33% der in öffentlichen Apotheken hergestellten Rezepturen galenische Qualitätsmängel aufweisen.

Die Kammer legte 2010 und 2011 verschiedene Maßnahmenpakete auf. Informationen zum richtigen Wiegen, ein Berliner Merkblatt zur Kennzeichnung (86% der Proben wiesen Kennzeichnungsmängel auf), Checklisten und Tipps zur Vermeidung häufiger Herstellungsfehler gingen an alle Berliner Kolleginnen und Kollegen via Rundschreiben. Die Publikationen wurden flankiert von Seminaren zur Apothekenrezeptur.

Diese Maßnahmen führten bisher allerdings in den Berliner Apotheken nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Rezepturqualität. Kontakte mit den im wahrsten Sinne des Wortes betroffenen Kolleginnen und Kollegen zeigten, dass die Apothekenteams mit der komplexen Analyse und Elimination der Fehler oft überfordert waren.

Start – Ursachen und Einflussfaktoren

Der Start mit dem Forum Rezepturqualität am 20.06.2011 verlief vielversprechend. Die Experten definierten 59 einzelne Ursachen und Einflussfaktoren, die zur mangelhaften Rezepturqualität führen.
Auf Basis der gewichteten Ursachen und Einflussfaktoren schlug jeder Experte die aus seiner Sicht zu ergreifenden Maßnahmen vor. Dabei kamen 114 potenzielle Maßnahmen zusammen, mit denen die Rezepturqualität in den Apotheken verbessert werden kann.

Das Expertenpanel bewertete in einem elektronischen Verfahren die Stärke (den Effekt / die Auswirkung), die Zeitverzögerung der Wirkung (die Implementierungsdauer) und die Umsetzbarkeit (realistisch - schwierig - nicht möglich) jeder Maßnahme.

Zweite Runde – Erstellen eines Maßnahmenplanes

Am 25.10.2011 konzentrierten sich die Rezepturexperten auf die starken, kurzfristig wirksamen und realistisch umsetzbaren Maßnahmen. Sie stellten einen Maßnahmenplan auf und legten die konkrete Umsetzung fest. An der Umsetzung und Entwicklung neuer Konzepte wird nun intensiv gearbeitet.

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