Covid-19-Impfungen in Apotheken

Nach § 20b Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Apotheker:innen (derzeit befristet bis zum 7. April 2023) Personen, die das 12. Lebensjahr vollendet haben, gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen – sofern sie ärztlich geschult wurden und über geeignete Räumlichkeiten verfügen. Am 11. Januar 2022 trat zudem die „Zweite Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung und der Coronavirus-Testverordnung“ in Kraft, die Apotheken offiziell in den Kreis der Leistungserbringer der COVID-19-Impfungen aufnimmt und die rechtlichen Details regelt. Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen dazu.

  • Welche Anforderungen müssen die Qualifikationen für die COVID-19-Impfung erfüllen? Und wer bescheinigt das?

    Welche Anforderungen müssen die Qualifikationen für die COVID-19-Impfung erfüllen? Und wer bescheinigt das?

    Die ärztlichen Schulungen müssen gemäß § 20b IfSG Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Durchführung der Schutzimpfung, zu Kontraindikationen und zu Notfallmaßnahmen beinhalten. Dazu hat die Bundesapothekerkammer das Curriculum „Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 durch Apothekerinnen und Apotheker“ entwickelt.

    Auf Grundlage des Curriculums bietet die Apothekerkammer Berlin regelmäßig Schulungen an, weitere Informationen und Termine finden Sie hier.

    Die angebotenen Qualifikationen aller (auch externer) Veranstalter müssen den Anforderungen des § 20b IfSG entsprechen. Dies können nur die Veranstalter den teilnehmenden Apotheker:innen bescheinigen

    Wer bereits an einer Schulung innerhalb der „Modellvorhaben zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken“ nach § 132j SGB V teilgenommen hat, darf ebenfalls gegen COVID-19 impfen – allerdings nur Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

  • Wer überprüft die absolvierten Qualifikationen für die COVID-19-Impfung?

    Wer überprüft die absolvierten Qualifikationen für die COVID-19-Impfung?

    Die Apothekenleitung überprüft in eigener Verantwortung anhand der aussagekräftigen Bescheinigungen der Veranstalter, ob die Qualifikationen ihrer Mitarbeitenden in Umfang und Inhalt den Anforderungen des § 20b IfSG entsprechen. Die Richtschnur ist das Curriculum der Bundesapothekerkammer. Es müssen keine Zertifikate an die Kammer gesendet werden

  • Wie und wo können Apotheken Impfstoff für den „Eigenbedarf“ bestellen?

    Wie und wo können Apotheken Impfstoff für den „Eigenbedarf“ bestellen?

    Voraussetzungen für die Bestellung von COVID-19-Impfstoffen für die Anwendung in der Apotheke

    Die Apotheke muss eine Bescheinigung der Apothekerkammer haben, dass sie gegenüber der Kammer in einer Selbstauskunft die in § 3 Abs. 4a Coronavirus-Impfverordnung genannten Vorgaben bestätigt hat. Weitere Informationen dazu und das Formblatt für die Selbstauskunft finden Sie hier.

    Darüber hinaus muss die Apotheke an das elektronische Meldesystem des DAV angeschlossen sein und täglich die in § 4 Abs. 1 Coronavirus-Impfverordnung genannten Daten für das Digitale Impfquoten-Monitoring (DIM) an das RKI melden.

    Prozess der Bestellung

    Detaillierte Informationen zur Bestellung der Impfstoffe für den „Eigenbedarf“ sowie für Ärztinnen und Ärzte finden Sie auf der Coronaseite der ABDA im geschützten Mitgliederbereich im Dokument „Versorgung mit COVID-19-Impfstoffen“.

  • Wie sollen die Räume beschaffen sein, in denen Apotheken impfen?

    Wie sollen die Räume beschaffen sein, in denen Apotheken impfen?

    Es muss eine geeignete Räumlichkeit mit der Ausstattung zur Verfügung stehen, die für die Durchführung von Schutzimpfungen gegen SARS-CoV-2 erforderlich ist. Dazu gehören insbesondere eine geeignete Sitzmöglichkeit für den Patienten sowie eine Liege.

    Weitere Informationen zur Ausstattung finden Sie auf der ABDA-Webseite im Kommentar der BAK-Leitlinie zu COVID-19-Schutzimpfungen in öffentlichen Apotheken.

  • Dürfen Apotheken nur in oder auch außerhalb der Apothekenbetriebsräume impfen? Ist eine Anzeige beim LAGeSo erforderlich?

    Dürfen Apotheken nur in oder auch außerhalb der Apothekenbetriebsräume impfen? Ist eine Anzeige beim LAGeSo erforderlich?

    Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) hat nach Auswertung von Aussagen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung dazu Folgendes mitgeteilt:

    Covid-19-Impfungen können sowohl innerhalb als auch außerhalb der Raumeinheit der Apothekenbetriebsräume durchgeführt werden. Eine Erweiterung oder Aktualisierung der bestehenden Betriebserlaubnis ist nicht erforderlich.

    Jedoch ist eine Anzeige gemäß § 4 Abs. 6 ApBetrO an das LAGeSo erforderlich, wenn die für die Durchführung der Covid-19-Impfungen genutzten Räume eine Umwidmung in Bezug auf die bisherige Nutzung erfahren (z.B. ein bisher als Lager genutzter Raum soll nun als „Impfraum“ genutzt werden). Hierbei ist zu beachten, dass die übrigen Apothekenbetriebsräume die Anforderungen der Apothekenbetriebsordnung erfüllen müssen, insbesondere die gemäß § 4 Abs. 2 ApBetrO erforderlichen Räume weiterhin zur Verfügung stehen und deren Grundfläche zusammen mindestens 110 m² beträgt.

    Darüber hinaus muss der für die Covid-19-Impfungen genutzte Raum – sofern nicht direkt durch die Offizin zugänglich – ohne Betreten anderer Betriebsräume erreichbar sein.

    Die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ist unbedingt sicherzustellen und hat Vorrang gegenüber der Durchführung von Covid-19-Impfungen.

    Die obenstehenden Aussagen gelten für die auf einen begrenzten Zeitraum mögliche Durchführung von Covid-19-Impfungen durch Apothekerinnen und Apotheker sowie die Abrechnung durch Apotheken als Leistungserbringer. Aussagen hinsichtlich apothekenrechtlicher Regelungen bzgl. der Durchführung von Grippeimpfungen in Apotheken lassen sich daraus nicht ableiten.

  • Können Apotheken außerhalb der Öffnungszeiten in den Apothekenräumen impfen?

    Können Apotheken außerhalb der Öffnungszeiten in den Apothekenräumen impfen?

    Da Apotheken in Berlin ohne weitere Genehmigung durchgängig (365 Tage im Jahr 24 Stunden am Tag) öffnen dürften, sind Corona-Impfaktionen außerhalb der regulären Öffnungszeiten, beispielsweise am späten Abend oder am Wochenende, möglich.

    Für die Covid-19-Impfungen außerhalb der Öffnungszeiten der jeweiligen Apotheke können aus Sicht des LAGeSo die Offizin, das „Beratungszimmer“ sowie andere hierfür geeignete Räume genutzt werden, wenn sichergestellt ist, dass Unbefugte keinen Zugriff/Zutritt auf/zu Arzneimitten/Gefahrstoffen etc. haben.

    Im Fall der temporären Nutzung von Räumen für das Impfen außerhalb der Öffnungszeiten und sofortigem „Rückbau“ bis zur Öffnung für den regulären Apothekenbetrieb ist eine Anzeige gemäß § 4 Abs. 6 ApBetrO an das LAGeSo nicht erforderlich.

  • Wie ist die Abrechnung der Leistung geregelt?

    Wie ist die Abrechnung der Leistung geregelt?

    Für die Details zur Abrechnung von Impfstoffen und Leistungen im Zusammenhang mit COVID-19-Impfungen in der Apotheke stellt die ABDA einen Leitfaden bereit.

    Dieser gilt ergänzend zu den bereits von der ABDA veröffentlichten Dokumenten und beschreibt den Prozess (inklusive Bedruckungsbeispiele) in der Apotheke bei der Abrechnung der Vergütung für den Aufwand

    • der Beschaffung des COVID-19 Impfstoffes, der in der Apotheke angewandt wird,
    • für die Durchführung der COVID-19 Impfung in der Apotheke sowie
    • die Ausstellung des COVID-19 Impfzertifikates.

    Die ABDA hat die Details zum Abrechnungsverfahren mit den Apothekensoftwarehäusern, den Apothekenrechenzentren und dem Bundesamt für Soziale Sicherung abgestimmt.

    Der Leitfaden steht auf der Webseite der ABDA im geschützten Mitgliederbereich zur Verfügung.

    Die Zugangsdaten zum geschützten Mitgliederbereich auf der ABDA-Webseite finden Sie in jeder Printausgabe der Pharmazeutischen Zeitung.

AK Berlin, 30.03.2022

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