WWHAM – Beratung macht den Unterschied – die vierte Frage zeigt die heilberufliche Kompetenz besonders

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Die vierte WWHAM-Frage „Was haben Sie bereits gegen die Beschwerden unternommen?“ (Action taken?) haben Apothekenteams oft eher weniger auf dem Schirm. Vielleicht zu Unrecht, denn damit können Sie sich gegenüber Ihren Patientinnen und Patienten besonders als Heilberufler zeigen. 

Eine Beratung mit Arzneimittelfokus sind viele Kundinnen und Kunden gewohnt. Apothekerinnen und Apotheker und PTA klären über Art und Dauer der Anwendung eines Arzneimittels, über korrekte Lagerung und mögliche Nebenwirkungen auf. So weit, so richtig. Dafür sind sie Arzneimittelexpertinnen und -experten, das ist ihre Kernkompetenz.

Beratung nach dem WWHAM-Schema geht über die reine Arzneimittelinformation weit hinaus. Hier geht es um konkrete Hilfe mit Symptomfokus; es geht um den individuellen Patienten und um ganzheitliche Gesundheitsbetreuung. Ein absoluter USP der Apotheke vor Ort und damit eine echte Abgrenzung zum Versandhandel.

Konkretes Beispiel: Ein junger Mann wünscht „etwas Gutes“ für seine Haut. Er präsentiert sich mit – teilweise leicht entzündeten – Pickeln im Gesicht. Auf die Frage „Was haben Sie bereits gegen die Symptome unternommen?“ berichtet er von dem „Hausmittel“ Zahnpasta (auf einzelne Pickel) und einem „Zeug aus der Drogerie“ (fürs ganze Gesicht), dessen Namen er vergessen habe. Beides habe die Sache eher verschlimmert. Weiter habe er noch nichts probiert, beim Arzt sei er auch noch nicht gewesen.

Hier lässt sich in der Apotheke perfekt ansetzen mit einer ganzheitlichen Beratung zur Hautpflege und zur Therapie mit OTC-Arzneimitteln (inklusive Zeit-Horizont zur Wiedervorstellung und ggf. Verweis an einen Arzt). 

Gerade bei Hauterkrankungen sind diverse „Hausmittel“ oder Empfehlungen von „Influencern“ in Social Media-Kanälen im Umlauf, die kaum wirken oder den Verlauf schlimmstenfalls verschlechtern. Und auch bei anderen Beschwerden führt die „Action taken?“-Frage mitunter Interessantes, manchmal auch Kurioses zutage. 

Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie die „Action taken?“-Frage auf dem Schirm? Und wie oft hat diese Frage einen unerwarteten Aspekt hervorgebracht?