„Ich hätte gerne etwas gegen meinen Husten.“ Welche Frage fällt Ihnen dabei zuerst ein? „Ist der Husten trocken oder verschleimt?“? Das ist sicherlich eine wichtige Frage, wenn es um die Auswahl eines geeigneten Arzneimittels geht.
Noch wichtiger ist oft jedoch, herauszufinden, was hinter dem Husten stecken könnte. Und hier kommt die 3. WWHAM-Frage ins Spiel:
How long have you had it? – Wie lange haben Sie die Beschwerden schon?
Sagt jemand: „Ach, ich hatte gerade eine fiese Erkältung und der Husten ist irgendwie hartnäckig“, ist die Empfehlung sicher eine andere als bei der Antwort: „Wenn ich recht überlege, geht der Husten eigentlich schon seit ein mehreren Wochen nicht so richtig weg.“
Memo: Ab einer Dauer von 3 Wochen gilt Husten als subakut, ab einer Dauer von 8 Wochen als chronisch. Bei persistierendem Husten wird in der Regel ein Arztbesuch angeraten. Das gilt insbesondere, wenn Atembeschwerden hinzukommen oder der Patient Allergiker ist.
Und man sollte immer auch im Hinterkopf haben, dass Husten – vor allem isoliert auftretender, trockener, anhaltender Husten – auch eine Nebenwirkung eines Arzneimittels sein könnte. Bekannteste Vertreter mit Husten als sehr häufiger Nebenwirkung (> 10%) sind die ACE-Hemmer, aber auch andere Arzneimittel könnten eine Ursache sein. Zudem ist auch an Grunderkrankungen wie beispielsweise Asthma, COPD oder auch Herzinsuffizienz zu denken.
Nimmt jemand mehr als fünf Arzneimittel ein, empfiehlt sich eine professionelle, strukturierte Analyse der Gesamtmedikation mit Erfassung der bekannten Erkrankungen – die pharmazeutische Dienstleistung (pDL) „erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“.
Fazit: Erst wenn wir strukturiert fragen, können wir umfassend helfen. In vielen Fällen sind Arzneimittel genau die richtige Lösung, in anderen werden sie ergänzt durch Empfehlungen oder eine pDL. Und manchmal ist das Verweisen an den Arzt oder die Ärztin der richtige Weg.
