Häusliche Gewalt kann jeden treffen
Laut Angaben des Bundeskriminalamtes werden in Deutschland jährlich über eine Viertelmillion Menschen, darunter vor allem Frauen, Opfer von Gewalt eines Partners bzw. einer Partnerin oder einer anderen Person aus dem nahen familiären Umfeld. Diese Zahlen bilden jedoch nur einen Teil der Realität ab, denn häusliche Gewalt geschieht meist im Verborgenen, „hinter verschlossenen Türen“ und wird selten angezeigt.
Apotheken sind Orte des Vertrauens und können damit auch Anlaufstellen für Menschen sein, die häusliche Gewalt erfahren oder erfahren haben. Ein aufmerksamer Blick oder eine vorsichtige Nachfrage kann Gesundheit und Leben schützen.
Nutzen Sie unsere Handlungsempfehlung und das Plakat des „Runden Tisches Berlin“
Die Apothekerkammer Berlin hat eine Handlungsempfehlung entwickelt, die Apothekerinnen und Apotheker und ihre Teams bei der Ansprache und Informationsweitergabe an Betroffene unterstützt. Es ist übersichtlich dargestellt, wie Folgen von Gewalt erkennbar sein können, wie man Betroffene vertraulich und empathisch ansprechen kann und welche Hilfsangebote konkret gemacht werden können.
Zudem ist die Kammer Mitglied am Runden Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt (RTB). Der Runde Tisch setzt sich für die Umsetzung der WHO-Leitlinien "Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt gegen Frauen" und ihre strukturelle Verankerung ein. Hauptanliegen ist es, die gesundheitliche Versorgung und Unterstützung von Betroffenen häuslicher und sexualisierter Gewalt zu verbessern, Handlungssicherheit von Mitarbeitenden der Heilberufe im Umgang mit dem Thema und mit Betroffenen zu stärken und die sektorenübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern und auszubauen. Am Runden Tisch engagieren sich derzeit 29 Organisationen, vor allem aus dem Gesundheitswesen.
Gemeinsam mit dem Hausärzteverband Berlin und Brandenburg e.V. (BDA), der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Berlin und der Apothekerkammer Berlin stellt der RTB ein Plakat bzw. einen Flyer mit dem Titel „Gegen Gewalt haben wir keine Medikamente. Aber wir können Dir helfen“ bereit. Nutzen Sie dies gerne, um auf das Thema aufmerksam zu machen.