Kammer aktiv: Fokus Nachwuchs – Die Zukunft beginnt jetzt!

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Nachwuchs gewinnen, Perspektiven sichtbar machen und junge Apothekerinnen und Apotheker für den Beruf und die ehrenamtliche Mitgestaltung begeistern: Darum ging es beim dritten Netzwerktreffen Kammer aktiv der Apothekerkammer Berlin. Gemeinsam diskutierten Mitglieder, Jungapprobierte und Vertreterinnen und Vertreter des Bundesverbrands der Pharmaziestudierenden und der Fachschaft über die Zukunft des Berufsstandes und dessen Wandel.

Der Apothekerberuf befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderung – politisch, wirtschaftlich und auch strukturell. Bei alledem hat die Branche zusätzlich mit fehlendem Nachwuchs zu kämpfen.

Genau hier setzte das dritte Netzwerktreffen Kammer aktiv der Apothekerkammer Berlin an. Unter dem Motto „Kammer aktiv: Fokus Nachwuchs! Von A wie Approbationsordnung bis Z wie Zukunftsperspektiven – lasst uns zusammenkommen!“ drehte sich alles um den Nachwuchs. Im Mittelpunkt standen die Fragen: Lohnt sich der Apothekerberuf heute noch? Welche Erwartungen hat der Nachwuchs an den Beruf? Und wie kann es gelingen, junge Kolleginnen und Kollegen stärker für Mitgestaltung und Ehrenamt zu begeistern?

Kammerpräsidentin Dr. Ina Lucas betonte die Bedeutung der Einbindung des Nachwuchses: „Die Zukunft unseres Berufsstandes entscheidet sich nicht irgendwann – sie beginnt jetzt. Deshalb ist es wichtig, jungen Apothekerinnen und Apothekern zuzuhören, ihre Perspektiven ernst zu nehmen und ihnen Räume für Mitgestaltung zu eröffnen.“

In mehreren Gesprächsrunden tauschten sich die Teilnehmenden offen über ihre Erfahrungen und Erwartungen aus. Dabei wurde deutlich: Viele junge Apothekerinnen und Apotheker wünschen sich mehr Sichtbarkeit für die Vielfalt pharmazeutischer Tätigkeitsbereiche, bessere Arbeitsbedingungen und Perspektiven für die berufliche Entwicklung. Zugleich besteht der Wunsch, den Berufsstand aktiv mitzugestalten – wenn Beteiligung greifbar und alltagsnah ist.

Auch die pharmazeutische Ausbildung spielte eine zentrale Rolle. Diskutiert wurde intensiv, ob die aktuelle Approbationsordnung junge Menschen ausreichend auf die Realität des Berufs vorbereitet. In verschieden DAT-Anträgen hat die Apothekerkammer Berlin auf die Dringlichkeit der Novellierung der Approbationsordnung hingewiesen. So zuletzt in dem DAT-Antrag „Dringlichkeit der Novellierung der Approbationsordnung für Apotheker“ aus 2025.

Das Netzwerktreffen zeigte erneut, wie wertvoll Austausch und Vernetzung innerhalb der Apothekerschaft sind. 

Das sagen unsere Panelteilnehmenden: 

Sarah Junghans (angestellte Apothekerin und Leiterin des Fortbildungsausschusses): „Der Beruf der Apotheker:in ist so vielfältig wie kaum ein anderer – und genau darin liegt die Chance, ihn aktiv mitzugestalten, besonders in der Apotheke vor Ort. Vernetzung schafft ehrlichen Austausch, doch echte Veränderung braucht Engagement – und das frühzeitig. Das Ehrenamt ist eine Plattform für alle.“

Markus Kirchner (Apothekeninhaber): „Ich bin seit zwei Monaten selbständig und bereue keinen Tag.“

Emma Fröling (angestellte Apothekerin): „Wenn wir junge Menschen für die Pharmazie gewinnen wollen, müssen wir zeigen, wie vielfältig unser Beruf tatsächlich ist. Man kann nah an Patientinnen und Patienten arbeiten, Versorgung mitgestalten, forschen, regulieren, entwickeln oder digitale Lösungen voranbringen – alles mit dem gemeinsamen Ziel, die Gesundheit der Menschen zu schützen, zu fördern und bestmöglich zu versorgen.“

Anna Jonas (Vertreterin des BPhD e. V.): „Es braucht eine neue AappO, um den Anforderungen an das zukünftige Berufsbild gerecht zu werden. Dafür müssen in einem NKLP festgehaltene Kompetenzen durch eine praxisnahe Ausbildung vermittelt, die Fächer Klinische Pharmazie und Pharmakologie ausgebaut, wissenschaftliches Arbeiten gefördert und die interprofessionelle Zusammenarbeit bereits in das Studium integriert werden.“

Über das Format Kammer aktiv:

Kammer aktiv ist ein seit 2025 bestehendes Format der Apothekerkammer Berlin, dass Raum für Austausch und Diskussion bietet. Dabei steht die Informationsvermittlung, der Dialog zwischen den Kammermitgliedern, politischen Akteurinnen und Akteuren sowie den Expertinnen und Experten der Branche im Vordergrund. Zusätzlich soll in angenehmer Atmosphäre die Vernetzung untereinander gefördert werden. 

 

Bild (v. l. n. r.): Emma Fröling, Sarah Junghans, Kammerpräsidentin Dr. Ina Lucas, Anna Jonas und Markus Kirchner / © Sandra Schneider (Spreekind-Fotografie)

Die Pressemeldung als PDF.