Weltdrogentag 2026: Arzneimittelmissbrauch nicht unterschätzen – Vor-Ort-Apotheken stärken Prävention und Aufklärung

< Zurück

Wenn über Sucht gesprochen wird, stehen häufig illegale Drogen oder Alkohol im Mittelpunkt. Weniger bekannt ist, dass auch Arzneimittel ein erhebliches Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial haben können. Anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni macht die Apothekerkammer Berlin auf die Risiken des Arzneimittelmissbrauchs aufmerksam. Vor-Ort-Apotheken nehmen dabei eine wichtige Rolle bei Prävention, Beratung und Früherkennung ein.

Arzneimittelabhängigkeit gilt nach der Tabaksucht als eine der häufigsten Formen der Abhängigkeit in Deutschland. Schätzungen zufolge sind rund 1,8 Millionen Menschen von einer Arzneimittelabhängigkeit betroffen. Bei weiteren Millionen Menschen liegt ein missbräuchlicher Arzneimittelgebrauch vor. Besonders Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie bestimmte Schmerzmittel können bei unsachgemäßer oder langfristiger Anwendung zu gesundheitlichen Problemen und Abhängigkeiten führen.

„Arzneimittel können Krankheiten lindern und Lebensqualität verbessern. Sie müssen jedoch verantwortungsvoll angewendet werden. Gerade weil viele Präparate alltäglich erscheinen, werden Risiken des Missbrauchs häufig unterschätzt“, erklärt Dr. Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin.

Apothekerinnen und Apotheker in den Apotheken vor Ort leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Arzneimittelmissbrauch. Bereits bei der Abgabe eines Arzneimittels informieren sie Patientinnen und Patienten über die richtige Anwendung, die empfohlene Anwendungsdauer sowie mögliche Risiken – insbesondere bei Arzneimitteln mit einem bekannten Abhängigkeitspotenzial wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder bestimmten Schmerzmitteln. Durch ihre wohnortnahe und niedrigschwellige Erreichbarkeit können sie Fragen frühzeitig beantworten, Unsicherheiten aufgreifen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln sensibilisieren.

„Nicht jede Abhängigkeit lässt sich verhindern. Umso wichtiger ist es, problematischen Arzneimittelgebrauch möglichst früh zu erkennen“, so Lucas. Sie ergänzt: „Apothekenteams nehmen ihre Verantwortung für eine sichere Arzneimittelversorgung jeden Tag wahr. Sie können erste Warnsignale erkennen, Betroffene sensibel ansprechen und sie dabei unterstützen, den Weg in eine ärztliche oder suchttherapeutische Behandlung zu finden. Damit übernehmen sie eine wichtige Lotsenfunktion im Gesundheitswesen.“

Informationsflyer für Patientinnen und Patienten von der Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH

Um Patientinnen und Patienten über die Risiken eines missbräuchlichen Arzneimittelgebrauchs aufzuklären, stellt die Fachstelle für Suchtpräventionen einen Flyer zur Verfügung. Der Patientenflyer informiert über Anzeichen einer möglichen Abhängigkeit, gibt Hinweise zum sicheren Umgang mit Arzneimitteln und zeigt auf, an wen sich Betroffene und Angehörige wenden können. Den Flyer können Sie hier downloaden.

 

Pressemeldung als PDF.