„Welche weiteren Arzneimittel nehmen Sie derzeit ein?“ (other medication): Die fünfte WWHAM-Frage ist mitunter herausfordernd – und oft entscheidend.
Entscheidend ist sie aus drei wesentlichen Gründen:
- Aus der Medikation können Apothekerinnen und Apotheker ersehen, welche Grunderkrankungen (wahrscheinlich) vorliegen. Eine Erkrankung könnte eine Kontraindikation für ein gewünschtes Arzneimittel sein. Ein Beispiel: Die Medikation deutet auf eine Koronare Herzkrankheit (KHK) oder einen überstandenen Herzinfarkt hin. Der Patient wünscht ein Triptan gegen seine Migräne. Das ist in dem Fall keine gute Idee.
- Apothekerinnen und Apotheker können direkt prüfen, ob Wechselwirkungen problematisch sein könnten. Auch hierfür ein Beispiel: Eine Patientin möchte auf Empfehlung ihres Arztes ein Eisenpräparat kaufen. Sie nimmt regelmäßig Schilddrüsentabletten ein. Die pharmazeutische Expertise sagt: Ausreichend Abstand sorgt für weiterhin optimale Wirkung.
- Apothekerinnen und Apotheker erkennen, ob der Patient von der pharmazeutischen Dienstleistung „erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“ profitieren könnte – weil die Liste seiner Arzneimittel lang ist oder er erkennbar den Überblick verloren hat.
Herausfordernd ist die fünfte WWHAM-Frage, weil Patientinnen und Patienten verständlich gemacht werden muss, warum diese Frage gestellt wird. Und herausfordernd ist sie auch, weil die Antworten manchmal lückenhaft oder unpräzise sind. Die gute Nachricht ist: Eine gut gepflegte Kundendatei oder Einblick in die ePA erleichtern die Antwort auf die Frage erheblich.
Fazit: Die Kernkompetenz der Apothekerinnen und Apotheker und ihrer Teams in der Apotheke vor Ort ist und bleibt die persönliche, qualifizierte Beratung – damit Arzneimittel wirksam und sicher eingesetzt werden für den bestmöglichen Nutzen.
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